Donnerstag, 24. Dezember 2009

24.12.09 Sydney

Wie immer schafften wir es nicht allzu früh aus dem Bett, aber zu unserem Glück gibt es im Swissotel Frühstück bis 10.30 Uhr und so stürmten wir um 10.00 Uhr das Restaurant und verwöhnten uns seit langer Zeit mal wieder mit einem richtig guten Frühstück.

Dazu gehörten Brötchen, Lachs, Omelette, gekochte Eier, frische Früchte, Bircher Müsli, Honig aus der Wabe, usw. und außerdem gab es für Beate endlich mal einen gescheiten Kaffee.

Nach diesem guten Start in den Tag ging es zurück ins Zimmer, um unsere lustigen Rentier-Geweihe aus der Schublade zu kramen. Diese hatten wir extra für ein aussie-mäßiges Weihnachtsfoto erstanden und so machten wir uns mit unseren Utensilien auf den Weg ins Foyer und quatschten kurzerhand ein deutsches Ehepaar an, das so aussah als ob es Zeit hätte.

Die zwei netten Herrschaften kamen dann auch gleich mit zum Swissotel-Weihnachtsbaum und machten bereitwillig einige Fotos von uns mit Baum. Dann entwickelte sich noch ein nettes Gespräch, das wir aber irgendwann beenden mussten, denn wir hatten noch viel vor an diesem Heilig Abend.

Wie uns unser netter Concierge David geraten hatte, machten wir uns direkt auf den Weg zur Town Hall, wo wir einen Wochenpass für alle öffentlichen Verkehrsmittel kaufen wollten. Dorthin zu kommen war gar nicht so einfach, denn wir mussten durch den Woolworths und mit dem Lift ins Untergeschoss fahren, durch den Supermarkt und dann standen wir doch noch vor einigen Stufen, die es zu bewältigen galt. Als Mirjam zum Rollstuhlkippen ansetzte, sprangen gleich zwei junge Männer hinzu, die uns hilfreich zur Seite standen und sich dann mit einem fröhlichen “Merry Christmas” wieder verabschiedeten.

Wir stiefelten etwas hilflos durch die unterirdischen Gänge und fanden dann doch noch den Schalter für den Ticketverkauf. Für 46 AUS$ pro Person können wir nun eine Woche lang in und um Sydney mit Zug, Bus und Fähre fahren, wann und wie wir wollen.

Das setzten wir dann auch gleich mal in die Tat um und marschierten Richtung Zug. Unterwegs griffen wir noch einige Prospekte und Fahrpläne, die uns allerdings nicht besonders weiterhalfen. Freundliche Mitarbeiter an dem Spezial-Gate für Rollstuhlfahrer wiesen uns den Weg zu Gleis 6 und wenige Minuten später traf auch schon der richtige Zug ein, mit dem wir zum “Circular Quay” fahren wollten.

Sobald der Zug hielt, wollten wir über die kleine Stufe in den Zug. Wir wurden jedoch von einer freundlichen Mitarbeiterin der Bahn zurückgehalten. Sie öffnete einen Schrank und holte eine Klapprampe heraus, die für Beate extra angelegt wurde, so dass sie mühelos in den Zug gelangen konnte.

Wir mussten nur zwei Stationen fahren und waren einige Augenblicke später bereits im “Sydney Harbour” angekommen. Als wir den Zug verlassen wollten, stand bereits ein Mitarbeiter mit der Klapprampe vor der Tür und ließ Beate bequem aussteigen.

Mit dem Lift ging es nach unten in den Hafen und wir machten uns auf den Weg zum Fähr-Terminal. Auch hier hatten wir etwas Mühe, das richtige Terminal und die passende Fähre zu finden. Wir hatten uns schon im Vorfeld überlegt, dass wir die Fähre nutzen würden, statt eine teure Hafenrundfahrt zu bezahlen.

Außerdem wollten wir die Fahrt durch den Hafen von Sydney bei blauem Himmel und Sonnenschein machen und da wir nicht wissen, ob sich das Wetter die nächsten Tage hält, nahmen wir diese Tour gleich mal in Angriff.

Als wir zur Wharf 5 kamen, stand die Fähre bereits dort und schwungvoll gingen wir über die Gangway auf den Katamaran. Wir waren noch nicht ganz auf dem Außendeck angekommen, da ging es auch schon los.

Wir hatten eine tolle Aussicht auf das Opernhaus und die Brücke.





Natürlich schossen wir jede Menge Fotos und waren dann ganz erstaunt, als unsere Fähre nicht nur in den “Darling Harbour” einfuhr, sondern weiter über Birchgrove, Cockatoo Island, Chiswick und den Sydney Olympia Park bis Rydalmere schipperte.

Dort legten wir eine kurze Pause ein und dann ging es zurück in den Hafen von Sydney. So waren wir 2,5 Stunden auf dem Wasser und wir mussten uns unterwegs immer mal wieder kneifen, um wirklich zu merken, dass wir am 24. Dezember bei 30 °C durch den berühmtesten Hafen Australiens fuhren.



Von der Anlegestelle aus gingen wir zum Opernhaus und fotographierten es von allen Seiten. Dann wagten wir uns hinein und fanden auch bald den Ticket-Schalter. Wir hatten uns überlegt, dass wir, wenn wir schon einmal in Sydney sind, eine Aufführung in der Oper besuchen müssten.

Wir buchten eine Veranstaltung für den 28. Dezember und werden dann ausführlich darüber berichten. Die Rückfahrt zum Hotel wollten wir mit dem Bus machen. Wieder einmal hatten wir überhaupt keine Ahnung, welchen Bus wir in welche Richtung nehmen mussten, aber wir fragten einfach mal den Busfahrer und dieser klappte dann direkt die Rollstuhlrampe aus.

So fuhren wir in einem weihnachtlich geschmückten Linienbus Richtung Innenstadt. Nach einer Viertelstunde hatten wir unsere Marketstreet erreicht und waren bald darauf wieder im Hotel.

Wir hatten gerade noch Zeit, zwei Berichte auf den Blog zu stellen und uns ein wenig frisch zu machen. Dann ging es direkt wieder los - dieses Mal zu Fuß - Richtung “Darling Harbour”. Auch für diese Strecke brauchten wir etwa 10 Minuten und befanden uns dann im tollen Ambiente eines Hafens mit vielen Cafés und Restaurants.



Da wir noch etwas Zeit hatten, nahmen wir ein kleines Abendessen in einem der netten Restaurants dort ein und machten uns dann auf den Weg zum großen Weihnachtsbaum, an dem kurz darauf von einem Quartett Carols (Weihnachtslieder) vorgetragen wurden.

Vorher gab es noch witzige Unterhaltung von einem Straßenkünstler, der mit Balance- und Jonglierkünsten versuchte, sein Geld zu verdienen. Kurz vor 19.00 Uhr wollten wir uns vor der Bühne am Weihnachtsbaum aufstellen, als wir dort die riesigen Menschenmenge sahen, die es sich auf dem Boden bequem gemacht hatten - teilweise mit Picknickdecken und Kind und Kegel.



Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, im T-Shirt an Heilig Abend in einem Hafen zu sitzen und Weihnachtslieder zu hören. Noch komischer waren jedoch die Aussies, die mit Nikolausmützchen aller Art, Rentiergeweihen und anderen merkwürdigen Kopfbedeckungen um uns herum schwirrten.

Wir passten uns den Gewohnheiten der Einheimischen an und setzten uns auch auf den Boden.



Nach anderthalb Stunden war die Gesangsvorführung vorbei und das Volk strömte direkt ans Hafenbecken.



Dort startete ein tolles Feuerwerk, das mit viel “Aaah” und “Oooh” begleitet wurde. Auch wir waren begeistert von der tollen Choregraphie, bei der die Lichteffekte mit passender Musik unterlegt waren.




Gut gelaunt schoben wir uns mit den Menschenmassen zurück in die City. Schräg gegenüber von unserem Hotel liegt das berühmte "Queen Victoria Building". Obwohl wir das eigentlich erst später besichtigen wollten, ließen wir uns von dem wahnsinnigen Swarovski-Weihnachtsbaum, der über vier Etagen hoch war, anlocken und versuchten, den mit tausenden von Swarovski-Kristallen geschmückten Baum zu fotographieren.



Dann gönnten uns noch ein Eis und heiße Apfeltaschen von McDonalds und beendeten müde den ereignisreichen Tag.

23.12.09 Cessnock - Sydney

Zum Abschluss unserer Australien-Rundreise war es uns noch einmal vergönnt, ein Frühstück im Hotel zu bekommen. Ok, es war nicht gerade üppig, aber wir sind ja mittlerweile das Kontinentale Frühstück gewöhnt. Da blieb uns nur die Auswahl zwischen Erdbeer-und Orangenmarmelade, dünnem Tee und Pulverkaffee und Orangensaft aus der Packung oder Müsli.

Geschickterweise packten wir unser Auto gleich mal so, dass wir mit einem Handgriff unsere zwei Koffer, die Reisetasche, zwei Rucksäcke und drei Taschen möglichst zügig ausräumen konnten, denn wir hatten uns überlegt, dass es vor dem Swissotel mitten in Sydney sicher keine Parkmöglichkeiten geben würde und wir somit schnellstens ausladen und wieder abfahren müssten.

Nach getaner Arbeit ging es über die 82 wieder Richtung Küste, über Toronto um den “Lake Macquarie” herum und wir legten einige Fotostopps ein, denn der Blick auf der einen Seite über den See und auf der anderen Seite auf den Pazifik war atemberaubend.





Unterwegs trafen wir in Belmont einige Pelikane, die sich bereitwillig von uns fotographieren ließen.



Weiter ging es über Swansea nach “The Entrance”. “The Entrance” liegt auf einer schmalen Landzunge zwischen dem “Tuggerah Lake” und dem Meer. Nach diesem interessanten Umweg ging es nach Gosford und von dort auf direktem Wege auf der 1 nach Sydney.

Ein bisschen Schiss hatten wir schon vor dieser riesigen Stadt mit ihren über 4 Millionen Einwohnern. Als wir 35 Kilometer vor Sydney bereits in den ersten Stau kamen, sahen wir unsere Bedenken bestätigt. Wir gerieten immer mehr in den Vorweihnachtsrummel der Großstadt.

Langsam aber sicher näherten wir uns der City und kamen in die Nähe der “Harbour Bridge”, wo wir uns entscheiden mussten, ob wir über die Brücke oder durch einen Tunnel fahren wollten. Durch unser schlaues Buch waren wir bereits vorgewarnt, dass es eine Autobahnmaut geben würde und so waren wir nicht allzu überrascht, als wir die “Toll”-Schilder sahen.

Noch genossen wir jedoch erst einmal die Skyline von Sydney und den Blick auf die “Harbour Bridge”. Dann war uns nicht ganz klar, welche Spur wir benutzen mussten, aber wir fuhren mal munter drauf los. Irgendwelche Maut-Zahlstellen gab es nicht und so kamen wir über die Brücke langsam unserem Ziel, der Market Street in der Innenstadt näher.





Man kann sich vorstellen, wie es zwei Tage vor Weihnachten in der Einkaufsmeile einer Millionenstadt zugeht: hupende und ungeduldige Autofahrer auf mehrspurigen Straßen, hetzende Menschenmassen, die sich zwischen den Autos durchdrängeln und eine allgemeine Hektik, wie sie vor Weihnachten überall üblich ist.

Trotz Riesenstadt, fremden Straßen, Linksverkehr, Einbahnstraßen und Mini-Karte auf den Knien fanden wir unser Hotel gleich im ersten Anlauf. Wir parkten in zweiter Reihe und zogen damit den Ärger der anderen Autofahrer auf uns. Wir ließen uns jedoch nicht beirren und kurze Zeit später hatte ein Bellboy bereits unseren Kofferraum leer geräumt und Mirjam sprang schnell hinterher, um unseren Namen zu hinterlassen.

Dann ging es sofort weiter in großem Bogen um den “Hyde Park” und schon bald sahen wir unsere Hertz-Autovermietung auf der gegenüberliegenden Straßenseite der William Street. Dumm nur, dass wir nicht dorthin kamen, denn wenden war unmöglich und abbiegen nicht erlaubt. Also fuhren wir notgedrungen weiter und nach einem größeren Umweg konnten wir endlich auf der richtigen Straßenseite unsere Autovermietung erreichen.

Bei dem ganzen Stress hatten wir auch keine Lust mehr, noch irgendwo eine Tankstelle zu suchen und gaben den Wagen mit dreiviertel Tankfüllung zurück. Das kostete uns zwar etwas mehr, aber das waren uns unsere Nerven wert.

Als das Auto wohlbehalten zurückgegeben war, fiel uns ein Stein vom Herzen und wir konnten die kurze Strecke durch den “Hyde Park” zum Hotel zu Fuß zurücklegen. Unterwegs kamen wir an der “St. Mary’s Church” vorbei, vor der eine Krippe mit lebensgroßen Figuren aufgebaut war.





Vorbei an der “Archibald Fountain” waren wir bald zurück im Hotel. Etwas ungewöhnlich war, dass wir vom Erdgeschoss mit dem Lift in die 8. Etage zur Rezeption fahren mussten. Dort verlief der Check-in reibungslos und wir erhielten zusätzlich ein Schreiben von der Direktion, das wir in Ruhe lesen sollten.

Gespannt machten wir uns auf den Weg in unser Zimmer 1919 in der 19. Etage. Wir waren überrascht, dass unser gesamtes Gepäck dort schon untergebracht war und dann wurde erst einmal das Badezimmer besichtigt. Hier gab es wirklich nichts zu meckern, denn neben der großen verglasten Dusche mit Klappsitz gab es auch noch eine Badewanne.

Im Zimmer war es etwas eng mit unserem ganzen Gepäck, dem breiten Bett, Schreibtisch und großem Sessel. Dann öffneten wir erst einmal den Umschlag und nahmen zur Kenntnis, was uns die Direktion mitzuteilen hatte. Wir freuten uns, zu lesen, dass wir als VIP-Gäste kostenlos Frühstück und am frühen Abend einen Snack mit freien Getränken bekämen und dass für uns das Internet kostenlos sei.

Aus dem Brief ging auch hervor, dass das Frühstück normalerweise 20 AUS$ und der Snack 45 AUS$ pro Person kosten würde. Das Internet war für 25 AUS$ am Tag zu haben. Wir fanden es also gar nicht so übel, zu den bevorzugten Gästen im Hotel zu gehören und nahmen uns vor, das Hotel zu besichtigen.

Vorher wollten wir noch an die Rezeption und zum Concierge. Das alles wollten wir bis 17.30 Uhr erledigt haben, damit wir pünktlich zu unseren kostenlosen Häppchen in der “Swiss Executive Lounge” kamen.

Erst ging es mal zur Rezeption, wo wir darum baten, den sperrigen Sessel mit Fußbank aus dem Zimmer zu entfernen, damit wir mehr Bewegungsfreiheit bekamen. Dann machten wir uns auf den Weg zum Restaurant, wo wir ein elegantes Abendessen für den 1. Weihnachtstag buchten. Zum Schluss suchten wir den Concierge auf, bei dem wir uns über die verschiedenen Möglichkeiten erkundigten, Silvester zu verbringen und das Feuerwerk zu sehen.

Wir haben eine Möglichkeit gefunden, aber wir werden sie jetzt noch nicht verraten. Wir hatten viel Spaß mit David, der uns eine Stunde lang alles über Sydney und die Ausflugsmöglichkeiten erzählte, außerdem unsere Mautgebühr per Telefon bezahlte und uns alles über die öffentlichen Verkehrsmittel mitteilte.

Dann mussten wir uns von ihm trennen, denn die kostenlosen Häppchen warteten auf uns in der Lounge. In der 24. Etage trafen wir auf andere Deutsche, die bei leckerem Fingerfood die tolle Aussicht auf die Stadt genossen.



Auch wir machten uns über Bruscetta, Käseplatte und Antipasti her. Beate gönnte sich gleich mal zwei Gläser Weißwein, auf die sie ja lange verzichten musste, weil der Alkohol überall zu teuer war.

Leicht angeheitert (na, das kann ja lustig werden bei 10 Tagen kostenlosem Essen und Trinken) machten wir uns auf den Weg, die nähere Umgebung des Hotels zu erkunden. Da war kein Kaufhaus vor uns sicher. Erst kurz vor Ladenschluss um 21.00 Uhr fanden wir uns wieder in unserem Zimmer ein.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

22.12.09 Port Stephens - Cessnock

Heute hatten wir die wahrscheinlich kürzeste Strecke unserer gesamten Reise zurückzulegen, nämlich nur ca. 100 Kilometer.

Da wir am Tag vorher erst spät in Port Stephens angekommen waren, wollten wir heute morgen die nähere Umgebung erkunden.

Bei uns kommt jedoch immer erst die Arbeit vor dem Vergnügen und so fuhren wir erst einmal in den Ort, um im dortigen Einkaufscenter unsere Fressalien-Tasche aufzufüllen. Wir gerieten mitten ins Einkaufsgewühl der Vorweihnachtszeit. Das hinderte uns jedoch nicht daran, an den kleinen Boutiquen vorbei zu bummeln und außerdem in einem Buchladen Weihnachts-CDs zu erstehen.

Wir wollten uns trotz 35 °C im Schatten in vorweihnachtliche Stimmung bringen und legten die CDs nach unseren Einkäufen erst einmal im Auto ein. Mit den flotten amerikanischen Weihnachtsmelodien im Ohr fuhren wir Richtung “Shoal Bay” und schauten uns die schönen Strände dort an.



Auch dort war richtig viel los und man merkte, dass hier in Australien die Weihnachtsferien begonnen hatten. Nach einem kurzen Fotostopp machten wir uns auf den Weg nach “Anna Bay”. Wir bogen auf eine kleine Straße ab Richtung Strand und wollten auf dem dortigen Parkplatz halten, als wir uns plötzlich mitten im Sand befanden und feststellten, dass wir die “Stockton Sand Dunes” gefunden hatten.



Wir hatten ein bisschen Angst mit unserem schönen Auto im Sand stecken zu bleiben und außerdem wäre das Fahren mit dem Rollstuhl etwas mühsam geworden, so dass wir uns entschlossen, einen anderen Parkplatz zu suchen, der ein bisschen weniger sandig war.

Von dort aus hatten wir einen tollen Blick auf den Strand und die Dünen und später wagten wir uns noch über eine sandige Wiese bis an den Rand der Klippe. Wir genossen das warme sonnige Wetter und schauten den Schwimmern und Surfern bei ihrem Treiben zu.



Einige Zeit später ging es mit dem Auto Richtung Landesinnere, über die 122 und die 132 über Kurri Kurri nach Cessnock. Wir durchquerten den Ort und etwas außerhalb kamen wir zu unserer letzten Rundreise-Unterkunft, dem “Potters Hotel & Brewery”.

Nach unserem schlauen Buch sollten wir nun noch eine der diversen Winzereien aufsuchen, aber wir schauten uns lieber auf dem großen Resort-Anwesen um und besuchten die kleine Brauerei. Beate ließ sich bereitwillig und sehr schnell dazu überreden, gleich mal mehrere Sorten Bier zu probieren.



Die mehrfach ausgezeichneten Biersorten vom Köllsch bis zum Ginger Beer schmeckten ihr ausgezeichnet und leicht angedüdelt ging es nach der Besichtigung des Biergartens und des Restaurants zurück ins Zimmer.

Dort vertrieben wir uns die Zeit mit lesen und Bericht schreiben. Außerdem mussten wir uns noch auf den nächsten Tag vorbereiten, wo es auf der 200 Kilometer langen Strecke viel zu sehen geben wird und zusätzlich werden wir die Autovermietung und das Hotel in Sydney finden müssen.

Unser Abendessen nahmen wir im Hotelrestaurant “The Old Brickworks” in der Brauerei ein. Hier ging es sehr leger zu und wir mussten unser Essen und die Getränke an der Bar bestellen. Wir erhielten eine runde Scheibe, die wir mit an den Tisch nahmen. Als unser Essen fertig war, fing dieser spezielle Pager an zu blinken, vibrieren und zu piepen. Daraufhin konnten wir unser Essen an der Theke abholen. Normalerweise bekamen wir bisher immer eine Nummer, die wir mit einem Metallständer auf den Tisch stellten. Hier hatten wir es wohl mit der moderneren Form dieser australischen Sitte zu tun.

21.12.09 Coffs Harbour - Port Stephens

Eigentlich wollten wir heute ja etwas früher aufstehen, denn es lagen 520 Kilometer oder auch 7 Stunden Fahrzeit vor uns. Leider hat das mit dem frühen Aufstehen mal wieder nicht so richtig geklappt und so kamen wir erst nach 10.00 Uhr aus dem Hotel weg.

Auf dem Highway 1 ging es weiter Richtung Sydney und bei 27 °C und strahlend blauem Himmel machten wir uns auf nach Port Stephens. Wir hatten uns überlegt, einen Stopp in “Port Macquarie” einzulegen, was wir dann auch taten.

Schnell fanden wir den Weg zum Strand, parkten dort und waren ganz begeistert von den tollen Örtlichkeiten. Unser schlaues Buch hatte diesen Ort besonders für Strandliebhaber angepriesen. “Port Maquarie” ist von 15 einzigartigen Stränden umgeben.



Wir genossen das tolle Ambiente und wanderten am Kai entlang, der als Besonderheit alle Findlinge bunt bemalt hatte. Nach dieser Erholungspause ging es zurück auf den Highway.



Noch ein Wort zum Highway: teilweise ist es eine recht ermüdende Angelegenheit, da die Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h nur auf kurzen ausgebauten Strecken gefahren werden darf. Ansonsten sind 100 km/h erlaubt, aber meistens geht es durch verschiedene Ortschaften und das Tempo muss auf 80, 60 oder 50 km/h reduziert werden. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn man nicht teilweise recht weite Strecken zurücklegen müsste.

So ging es uns heute. Uns war klar, dass wir nicht vor 17.00 Uhr in Port Stephens ankommen würden und wir somit dann auch keine Möglichkeit mehr hätten, noch viel zu unternehmen. Dieses Mal war es jedoch gut für uns, dass wir am nächsten Tag nur 100 Kilometer zurücklegen würden und somit dann Ort und Umgebung ansehen können.

Auf unserer Strecke fuhren wir ein weiteres Mal vom Highway ab, um dem “Lakes Way” zu folgen. Diese Strecke führte uns zwischen verschiedenen Seen und dem Meer entlang. Mirjam drückte sich die Nase am Fenster platt, um evtl. einen Koala zu sehen. Immerhin fuhren wir durch das Gebiet mit der höchsten Koala-Dichte des Staates.



Unser schlaues Buch hatte uns mitgeteilt, dass man die knuddeligen Eukalyptus-Liebhaber in den Bäumen finden könne. Leider ließ sich für uns keines dieser netten Tierchen sehen. Wir werden wohl doch einen Zoo aufsuchen müssen, um die australische Tiervielfalt kennen zu lernen.

Nach diesem weiteren Abstecher fuhren wir über den Highway und dann über Medowie nach Port Stephens zu unserem Hotel “All Seasons Salamander Shores” an der “Salamander Bay”. Die Dame an der Rezeption erklärte in aller Ausführlichkeit, wo wir parken sollten, um dann mit dem Lift eine Etage höher zu fahren und von dort durch das halbe Hotel über lange Gänge bis ans andere Ende zu kommen und dort das letzte Zimmer zu beziehen.

Wir parkten wie angewiesen in der Nähe des Lifts und schnappten unsere Rucksäche, Tüten und Taschen. Erst quälten wir uns über den abschüssigen und teilweise unbefestigten Parkplatz und wanderten dann voll beladen durch das halbe Hotel.

Auf dem Gang vor dem Zimmer angekommen, mussten wir erst einmal die Taschen abstellen um uns an den Kopf zu fassen. Manchmal fragt man sich, ob und was die Leute denken. Direkt vor dem Zimmer gab es 3 Behindertenparkplätze und eine kleine Rampe. Das Hotel lag am Hang und von unserem Parkplatz musste man eine Etage höher fahren, um zum Zimmer zu gelangen, das von der anderen Seite im Erdgeschoss lag.

Wir bezogen unser großes Vierbett-Zimmer und schauten nach langer Zeit mal wieder einmal Fernsehen. Ganz überrascht erfuhren wir aus den australischen Nachrichten, dass ganz Europa im Schneechaos versinkt. Ganz interessiert verfolgten wir die Bilder von den verschneiten Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, London und Paris und waren erst einmal ganz froh, hier mit dem T-Shirt zum Essen gehen zu können.

Zu mehr als ins Hotelrestaurant zu gehen, konnten wir uns nicht aufraffen. Das war aber eine gute Entscheidung: wir bekamen jede ein tolles Steak serviert mit Pommes, Zuckerschoten, Pilz-Sauce und Knoblauchbutter. Zum Nachtisch gab es Crème Brulée und warme Schokoladen-Tarte mit Baileys.



So ganz schlecht geht es uns also nicht. Nach der anstrengenden Fahrerei war für uns der heutige Tag danach so gut wie beendet. Nur unsere Pflichtübung, das Berichtschreiben, wurde natürlich noch erledigt.

20.12.09 Byron Bay - Coffs Harbour

Da wir nachts noch bis 1.30 Uhr mit Deutschland skypen mussten, wurde die Nacht etwas kürzer als gewöhnlich. Um 8.30 Uhr war die Bettruhe beendet und nach dem üblichen Kofferpacken ging es weiter über unseren nun schon altbekannten Highway No. 1 nach Coffs Harbour.

Langsam aber sicher kommen wir unserem Australien-Endziel, nämlich Sydney, immer näher. Wir waren gerade ein paar Minuten unterwegs, als ein kräftiger Regen einsetzte und die meiste Zeit bis zu unserem heutigen Fahrziel goss es in Strömen.

Wir ließen uns aber davon nicht besonders beeindrucken und als wir in Coffs Harbour ankamen, hatte der Regen aufgehört und die Temperatur, die zwischenzeitlich mal auf 20 °C gefallen war, war nun wieder auf 25 °C gestiegen.

Der Himmel war leider den ganzen Tag über bewölkt, aber wir hatten sowieso erst mal damit zu tun, unser Hotel zu finden. Das war dieses Mal nicht ganz so kompliziert, denn das “Comfort Inn Big Windmill” lag direkt am Pacific Highway South.

Das hieß für uns, dass wir, als wir das Hotel auf der anderen Seite sahen, in die nächste Seitenstraße abbogen, um zu wenden und in die andere Richtung wieder auf den Highway aufzufahren. Wir sind im wenden und kreiselfahren ja mittlerweile Weltmeister.

Als wir an der Rezeption einchecken wollten, mussten Rollstuhlfahrer wieder draußen bleiben, denn es gab eine kleine Stufe. Schon bei dem Motel in Byron Bay glaubten wir nicht an ein Rollstuhlzimmer, weil die Rezeption mit zwei und später noch einer Stufe wirklich nicht als rollstuhlgängig zu bezeichnen war.

Der Rezeptionist bedauerte, dass unser Zimmer noch nicht fertig sei und so stiegen wir wieder in unser Auto und machten uns, ausgestattet mit einem Stadtplan, auf den Weg zum Hafen. Wir hatten sowieso vor, diesen zu besichtigen und weil wir immer so flexibel sind, zogen wir diesen Ausflug unserer Zimmerbesichtigung vor.



Viele andere Leute hatten den Hafen auch als Sonntagsausflug gewählt und so mischten wir uns unter die Menge und wanderten kurz den Kai entlang. Unser heutiges Frühstück hatte mal wieder nur aus trockenen Keksen und keinem Kaffee bestanden, so dass uns jetzt wirklich ein gutes Mittagessen zustand.



Wir fanden ein nettes Fischlokal direkt am Meer und ließen uns dort nieder. Nachdem Mirjam drei Tage hinter einander die mehr oder weniger guten australischen Steaks gekostet hatte, waren heute mal wieder Prawns dran. Beate vertilgte die eher langweiligen Fish&Chips und weil das Wetter einfach nicht besser werden wollte, entschlossen wir uns, noch ein paar Einkäufe im nahegelegenen Einkaufszentrum zu tätigen (natürlich müssen wir unbedingt Sonntags einkaufen gehen, denn das ist in Deutschland ja nicht möglich).

Wir wollten diesen bewölkten Sonntag nutzen, um unsere schmutzige Wäsche wieder auf Vordermann zu bringen und so fuhren wir noch schnell bei Subway vorbei, nahmen zwei Sandwiches für abends mit und waren bald darauf wieder in unserem Hotel. Unser Zimmer war mittlerweile bezugsfertig und so konnten wir mit der sonntäglichen Waschaktion beginnen.

Leider gab es hier nur einen Waschmaschine und einen Trockner, so dass wir über zwei Stunden beschäftigt waren. Den restlichen gemütlichen vierten Advent verbrachten wir mit Karten spielen und Wäsche falten.

Samstag, 19. Dezember 2009

19.12.09 Byron Bay

Dieses Mal brauchten wir nicht in unseren Koffern und Taschen zu wühlen und das Auto zu packen, denn wir hatten noch einen weiteren Tag in Byron Bay. Mittlerweile genießen wir es richtig, mal länger an einem Ort zu sein.

Als wir unsere tägliche Morgentoilette hinter uns gebracht hatten, marschierten wir in die uns nun schon bekannten “Innenstadt” und fanden direkt am Anfang der Laufmeile ein “Subway”, wo wir uns ein richtig gutes, großes Sandwich gönnten, das wir uns teilten. Beate hat seit langem mal wieder einen Cappuccino getrunken, denn sonst muss sie sich immer mit dem Instant-Kaffee im Hotelzimmer zufrieden geben.

Zurück im Hotel schmissen wir unser Auto an und fuhren zum berühmten “Byron Bay Lighthouse”. Dieser Leuchtturm steht am östlichsten Ende von Australien. Wir sind es mittlerweile gewöhnt, immer überall bis vorne dran zu fahren und so machten wir es auch beim Leuchtturm. Wir fanden es schon etwas happig, dass die Parkplätze dort 7 AUS$ kosten sollten, aber wir durften aufgrund des Rollstuhls kostenlos parken.



Wir drehten eine ausgiebige Runde, machten Fotos von den verschiedenen Buchten und sahen uns die Klippen von oben an. Leider war es etwas bewölkt und daher sah das Meer nicht so brilliant aus wie bei Sonnenschein.



So nach und nach wurde es immer voller und anscheinend hatten ziemlich viele Touristen die gleiche Idee wie wir und so befanden wir, dass es an der Zeit sei, diese gastliche Stätte wieder zu verlassen.

Es war nur ein kurzer Weg zurück zum Hotel und als wir unsere Strand-Tasche zusammengepackt hatten, gingen wir zum Hauptstrand, wo Mirjam sich gleich mal in die tosenden Wellen des Pazifiks stürzte. Danach machten wir es uns auf ein paar Steinen gemütlich und lästerten über alles, was an uns vorbei kam.



Am späteren Nachmittag kam ein Wind auf und wir beschlossen, uns oberhalb des Strandes auf eine Wiese zu legen. Als es uns auch dort zu kühl wurde, packten wir zusammen und verbrachten den Rest des Nachmittags auf unserem Balkon, der mitten im Grünen liegt. Wieder konnten wir viele verschiedene Vögel beobachten, die mit großem Krawall auf sich aufmerksam machten.

So nach und nach zogen immer mehr Wolken auf und dann saßen wir mittendrin im starken Tropenregen und es wollte auch nicht wieder aufhören. Da mussten wir uns für das Abendessen etwas einfallen lassen. Wenn wir bis in den Ort gelaufen wären, wären wir klatschnass geworden. Und weil wir so flexibel sind, stellten wir unser Abendprogramm kurzfristig um, rannten schnell um die Ecke zum Inder, bestellten zwei Gerichte, schauten kurz bei der Rezeption vorbei und ließen uns zwei Teller und Besteck geben.

Eine halbe Stunde später klopfte es an der Tür und ein Mitarbeiter brachte uns das bestellte Essen. Wir machten es uns in unserem kleinen Zimmer gemütlich, setzten uns an den runden Tisch und schauten eine Weihnachtsshow aus Sydney im australischen Fernsehen.

Somit bekamen wir doch noch ein wenig weihnachtliche Stimmung, obwohl hier natürlich viel bunter und fröhlicher gefeiert wir als in Deutschland.

Freitag, 18. Dezember 2009

18.12.09 Laminton Nationalpark - Byron Bay

Lautes Vogelgeschrei weckte uns an diesem Morgen und wir durften auch gleich das gemütliche Bett verlassen, denn wieder einmal hieß es “Tasche packen” und weiter ging es Richtung Byron Bay.

Dafür mussten wir erst einmal den ganzen Weg vom Berg wieder hinunter in kilometerlangen Serpentinen. Dann fuhren wir Richtung “Gold Coast” und gleich mal direkt hinein ins “Surfers Paradise”.

Unterwegs rief Mirjam plötzlich: “Eine Skyline, eine Skyline!” Beate fasste sich nur bedeutungsvoll an den Kopf und meinte gleich, dass die Luft auf dem Berg zu dünn gewesen sei und bei Mirjam wohl Sauerstoffmangel im Gehirn herrsche und sie somit zu Halluzinationen neige. Eine Skyline war gar nicht möglich, denn Brisbane war hunderte Kilometer entfernt, Sydney noch nicht nah genug und die von New York konnte es wohl auch nicht sein!

Langsam aber sicher näherten wir uns der Küste und trauten beide unseren Augen kaum, aber das so toll klingende “Surfers Paradise” entpuppte sich als Tourismus-Hochburg mit riesigen Hotelkomplexen, Hochhäusern und Bettenburgen - dies war also die Skyline, die Mirjam gesehen hatte.



Wir machten einen Abstecher zum Strand und waren begeistert vom feinen Sand, dem Wind, der die hohen Temperaturen erträglich machte und vor allem von den riesigen Wellen. Jetzt wurde uns klar, warum dies ein Paradies für Surfer sein musste.

Nach einem kurzen Aufenthalt am Strand hatten wir von diesem Ort jedoch genug und fuhren weiter an der Küste entlang nach “Burleigh Heads”, wo wir auch einen wunderschönen Strand und eine nette Strandpromenade fanden.



So langsam wurde uns klar, dass wir hier eigentlich alle zwei Kilometer stehen bleiben könnten, denn jeder Ort hat seinen super Strand mit tollem Meer. Irgendwann wollten wir jedoch in Byron Bay ankommen und so fuhren wir weiter über den Highway 1, um dann um 14.00 Uhr im Ort einzutreffen.

Zügig, als wenn wir wüssten, was wir taten, durchfuhren wir die belebte Innenstadt und standen bald vor unserem “Bay Beach Motel”. Das Zimmer war bereits bezugsfertig und so brachten wir unsere Koffer hinein und nach einer kurzen Verschnaufpause hielt uns nichts mehr im Zimmer und wir machten uns auf den Weg zum Strand.

Wie nicht anders zu erwarten war, fanden wir auch hier goldgelben Pudersand, dunkelblaues Meer mit hohen Wellen und weißer Gischt. Auch hier tummelten sich braungebrannte Menschen am Strand und wir hatten viel Spass dabei, das bunte Strandleben zu beobachten.



Weil es heute Morgen kein Frühstück gegeben hatte und wir uns auf der Fahrt nur mit ein paar Keksen begnügen mussten, gönnten wir uns ein Sandwich, das wir uns teilten und zwei leckere Smoothies.

Wir machten noch einen kleinen Bummel am Strand entlang und kamen dann durch den Stadtpark wieder zurück zu unserem Hotel.

Am Abend ging es in den Ort, wo wir eine Lokal fürs Abendessen suchten. Wir fanden ein Restaurant mit Live-Musik und ließen uns dort nieder. Mirjam aß ihr drittes Steak in drei Tagen und Beate gönnte sich Huhn mit Mango.

Als wir da so saßen, sahen wir eine Uhr im Hintergrund, die eine Stunde später anzeigte als Beates Armbanduhr. Das kam uns schon etwas merkwürdig vor, denn auch der Wecker in unserem Zimmer zeigte  eine Stunde später an. Mittlerweile haben wir ja viele Hemmungen verloren und so fragten wir gleich mal die Kellnerin, ob es hier in New South Wales eventuell eine andere Uhrzeit gäbe als in Queensland.

Sie bestätigte uns das und wir guckten ein bisschen blöde aus der Wäsche, denn somit war es mittlerweile 22.30 Uhr statt 21.30 Uhr. Das mit den verschiedenen Uhrzeiten haben wir auch nach fast drei Monaten noch immer nicht im Griff.

Im Hotelzimmer angekommen kümmerten wir uns noch um die Vervollständigung unseren Blogs und bis wir hier wieder abreisen, werden wir auf dem neuesten Stand sein, denn dieses Mal bekamen wir das Internet für 5 AUS$ pro Tag.