Montag, 7. Dezember 2009

06.12.09 Cairns - Mission Beach

Nach zwei Tagen Erholung in Cairns ging es heute mit unserem neuen Mietwagen Richtung Mission Beach. Wir hatten uns am Abend vorher bereits auf unsere Fahrt vorbereitet und so fanden wir auf Anhieb den “Bruce Highway” entlang der Küste. Unser schlaues Buch hatte uns empfohlen, auf dem Weg die “Babinda Boulders” zu besuchen.

Mirjam fuhr souverän den ersten Haltepunkt an. Bei dem Fahren hier in Australien kommt uns unsere Übung mit dem Linksverkehr in Neuseeland sehr zugute. Wir fühlen uns sehr sicher und die Fahrerei bereitet überhaupt keine Probleme.

Bald kamen wir am Parkplatz im “Wooroonooran Nationalpark” an. Vorbei an im Wasser plantschenden Kindern und durch einen tropischen Regenwald gelangten wir fast zu den Boulders. Es führte ein gut betonierter Weg durch den Wald, so dass Beate mit dem Rollstuhl sehr gut zurecht kam. Leider gab es dann plötzlich ein paar Stufen und Mirjam musste die Steine alleine ansehen und fotografieren. Die Babinda Boulders sind nicht nur ideal zum Schwimmen, die Gegend hat auch große Bedeutung für die Aboriginal People.



Bald darauf stiegen wir wieder in unser total überhitztes Auto und stellten fest, dass es doch recht mühsam ist, bei dieser extremen Hitze von 33 °C und hoher Luftfeuchtigkeit durch die Gegend zu wandern.

Weil wir uns aber nichts entgehen lassen wollten, bogen wir kurz darauf zur nächsten Attraktion ab, den “Josephine Falls”. Auch hier gab es einen 700 Meter langen Weg durch den Regenwald und alle Aussichtspunkte waren rollstuhlgängig. Wir liefen durch Wald mit hohen Bäumen, Palmen und Farnen



und kamen dann zu den kleinen Wasserfällen, bei denen das Wasser in Kaskaden durch den Regenwald fließt. Auch hier plantschen ganze Familien zwischen den Wasserfällen und nutzten die glatten Steine als Rutschbahn.



Wir hielten uns nicht allzu lange auf, denn wir wollten am frühen Nachmittag in Mission Beach ankommen. Wir wussten aus unserem schlauen Buch, dass wir dort in einem attraktiven Hotel direkt am Strand wohnen würden.

Als wir nach Mission Beach herein kamen, bogen wir direkt rechts ab und standen vor unserem Hotel, dem “Castaway on the Beach Resort”. Wir trauten unseren Augen kaum, denn schon von der Rezeption aus war der Blick über den Hotelpool zum weißen Strand und türkisfarbenen Meer sensationell. Schnell zogen wir in unser Zimmer ein, warfen uns in unsere Bikinis und belegten gleich mal zwei Liegen am Pool mit Blick aufs Meer.



Bevor wir es uns richtig gemütlich machen konnten, schnappten wir uns noch unseren Wäschesack und stellten in der Laundry die zwei Waschmaschinen an, um dann nach einer halben Stunde die saubere Wäsche in die Trockner zu werfen. Es ist schon Luxus, wenn man während des Wäschewaschens in der Sonne liegen kann und während sich die Wäsche im Trockner drehte, nahm Mirjam ein schönes Bad im Meer.

Von Erfrischung kann nicht wirklich die Rede sein, denn die Wassertemperatur reicht fast an die der Luft heran. Aber Mirjam hatte viel Spass, denn es gab schöne hohe Wellen.

Nach unserem ausgiebigen Sonnenbad machten wir uns frisch, um dann später im Hotelrestaurant zu Abend zu essen.

Die extreme Hitze machte uns schon zu schaffen und wir waren abends ziemlich müde. Trotzdem konnten wir uns immer noch aufraffen, den täglichen Bericht zu schreiben und die Fotos vom Tage auf den Laptop zu bringen.

Samstag, 5. Dezember 2009

05.12.09 Cairns

Nachdem wir am Vortag rumgetrödelt hatten, nahmen wir uns heute vor, die Umgebung von Cairns zu erkunden. Also machten wir uns schon morgens auf den Weg zum Tourist-Center, um entweder zum Schnorcheln ins “Great Barrier Reef” zu gehen oder mit der Scenic-Railway durch den Regenwald zu fahren.

Die rollstuhlgängige Tour mit dem Schiff war nur als Ganztagsausflug zu buchen und dafür waren wir bereits zu spät dran. Die Schiffe der Halbtagestouren waren leider nicht rollstuhlgerecht. All unsere Hoffnung lag nun auf einem Ausflug mit der Scenic-Railway und so machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof.

Die Dame am Infocenter klärte uns darüber auf, dass eine Zugfahrt nur als Ganztagestour zu buchen sei. Wir hätten allerdings die Möglichkeit, mit einer Gondelbahn nach Kurranda zu kommen und von dort mit dem Zug nach Cairns zurückzufahren. Leider war nicht ganz klar, ob die Gondeln wirklich mit dem Rollstuhl zu befahren wären. Außerdem hätten wir mit dem Auto dorthin fahren müssen, wir wären am Ende wieder in Cairns gelandet und das Auto stünde in den Karpaten.

Um die Lage zu überdenken, liefen wir erst einmal zurück in die Stadt und machten es uns bei einem guten Frühstück bequem. Kurzerhand beschlossen wir, noch einen Gammeltag einzulegen, weil in den nächsten Wochen noch genug Stress auf uns zukommen würde.

Unsere neu erworbenen Australien-Dollars wurden wir in einem netten Schmuck-Geschäft wieder los und nach weiteren Getränke-Einkäufen ging es zurück zum Hotel. Dort angekommen, rissen wir uns erst einmal die verschwitzten Kleider vom Leib, warfen uns in unsere Bikinis und verbrachten den Rest des Tages am Pool.



Ganz faul wollten wir nun doch nicht rumliegen und studierten fleißig die Reiseunterlagen.



Nach einiger Zeit wurde es etwas ungemütlich, weil die Hotelmitarbeiter Stühle hin und her schleppten, Getränke brachten und eine Bar einrichteten. Zusätzlich sollte aus dem Pool ein Springbrunnen werden. Mehrere Männer beschäftigten sich mit der Anlage und schafften es nicht, die Fontäne in Gang zu setzen.

Das war zwar alles ganz interessant zuzuschauen, aber irgendwann verließen wir dann doch den Poolbereich. Wir machten uns frisch und zogen dann los Richtung Strand, um dort in einem der netten Lokale entlang der Promenade etwas zu uns zu nehmen.

Bei der Betrachtung der Speisekarten fiel uns gleich mal auf, dass Australien wohl ein teureres Pflaster wird, als Neuseeland es war. Wir genehmigten uns zwei Pizzas und einen Salat und hatten viel Spaß beim Beobachten der vorbeiziehenden Menschenmengen.

Es kam so richtiges Urlaubsfeeling auf, als wir bei 28 °C mit kurzärmligem Shirt am Meer saßen. Um 22.00 Uhr ging es zurück ins Hotel, denn wir mussten noch einige Berichte ins Internet stellen und außerdem unsere Koffer für den nächsten Tag packen.

04.12.09 Cairns

Nachdem wir die Zusammenfassung für Neuseeland bereits im Flieger geschrieben hatten und wir am Vorabend unsere Unterlagen für unsere Rundreise in Australien in Empfang genommen hatten, blieb für diesen Vormittag nur noch die Aufgabe, unseren mit Handbedienung ausgestatteten Mietwagen bei Hertz abzuholen.

Das Stadtbüro lag gleich um die Ecke in der Nähe des Hotels und weil ja nicht immer alles gleich klappen kann, war unser Auto noch nicht dort. Ein Mitarbeiter versicherte uns, der Wagen sei auf dem Weg und er würde uns das Auto ins Hotel bringen und die Schlüssel an der Rezeption abgeben.

Wir waren etwas skeptisch, ob das wirklich funktionieren würde. Nichtsdestotrotz machten wir uns auf den Weg in die Stadt zur Bank, um endlich wieder an Bares zu kommen, denn mit den 0,60 NZ$ in Münzen würden wir hier in Australien sicher nicht weit kommen. Die freundliche Bankangestellte nahm Beates Mastercard, startete eine telefonische Rückfrage und kurz darauf hielten wir 500 AUS$ in den Händen.

Jetzt konnte uns nichts mehr halten und nach einem gemütlichen Frühstück in der Morgensonne strebten wir Richtung Shopping-Center. Ja, wir haben es endlich getan! Zum ersten Mal auf unserer langen Reise waren wir wirklich shoppen. Mirjam wollte sich sommerlich ausstatten mit Sandalen und Baseball-Kappe gegen die gefährliche UV-A-Strahlung. Wir brauchten es eigentlich nicht, aber Mirjam gönnte sich noch einen neuen Geldbeutel und Beate konnte einem Sommerparfum nicht widerstehen.

Dann lief uns noch ein Supermarkt über den Weg und wir konnten gleich mal unser Australien-Survival-Paket schnüren.

Nachdem wir diese Einkäufe getätigt hatten, artete unser Einkaufsbummel in einen “Ladies-Day” aus. Wir erstürmten den nächsten Friseurladen und ließen unsere Köpfe verschönern. Wir wollten ja einen guten Eindruck auf die Aussies machen.



Nun hielt uns nichts mehr in der Stadt und wir bummelten Richtung Meer. Dabei kamen wir an einem kleinen Park mit alten Bäumen vorbei. Die Vögel gaben merkwürdige Laute von sich und machten einen Riesen-Lärm. Wir schauten hinauf, um zu sehen, welche Vogelart da wieder am Werke war. Und dann erschreckten wir uns fürchterlich. Alle Baumkronen hingen voller Fledermäuse, die kreischend kopfüber an den Ästen hingen. Wir ekelten uns vor dem merkwürdigen Aussehen dieser Tiere, die zu Hunderten auf uns hinabsahen mit ihren pelzigen Köpfen und riesigen Flügeln.





Wir konnten uns gerade noch überwinden, ein paar Fotos zu schießen und verließen dann so schnell wie möglich diesen Ort des Schreckens. Da war uns der Strand doch lieber. Und wie immer, wenn das Meer besichtigen wollen, ist es gerade nicht da.

Auch hier vor Cairns gibt es wohl starke Ebbe und Flut. Ganz begeistert waren wir von der “Esplanade Lagoon”, ein Schwimmbad mit Liegeplätzen, das frei zugänglich und kostenlos ist.



Nach einem kleinen Spaziergang am Strand entlang zog es uns zurück ins Hotel, denn wir wollten unbedingt sehen, ob unser Auto schon in der Garage stand.

Also stürmten wir gleich mal die Rezeption, doch dort lag leider kein Schlüssel für uns bereit. Weil wir aber zu den Skeptikern unter den Touris gehören und unser Weg zum Zimmer sowieso durch die Tiefgarage führte, schauten wir uns gleich mal unter den dort abgestellten Autos um.

Einer der Wagen gefiel uns besonders, weil er so neu und chic aussah. Wir schauten hinein und trauten unseren Augen kaum: Wir fanden einen Handgas- und Bremshebel und einen Knauf am Lenkrad. So viele Behinderte werden wohl in diesem Hotel kein umgebautes Auto in der Tiefgarage geparkt haben. Also ging es wieder zur Rezeption. Plötzlich fand sich dort doch der zu dem schönen Auto passende Schlüssel.

Da mussten wir gleich mal unser neues fahrbares Untergestell besichtigen: ein nagelneuer Toyota Camry in Metalllackierung und nur 1.638 Kilometern auf dem Tacho. Der Innenraum roch noch total neu und Beate bestimmte gleich mal, dass für Fahrten in Australien Kekse und andere krümelnde Lebensmittel in diesem schönen Wagen tabu wären.



Wir wissen nicht mehr, ob wir es schon erwähnt haben, aber Mirjam hatte auf Fiji ihre Tasche mit Medikamenten und allen Kontaktlinsen vergessen. Nach einigen Mails zwischen dem Radisson Hotel und uns bestätigte dieses, die Tasche nach Cairns zu schicken. Trotz mehrmaliger Nachfrage an der Rezeption fand man hier kein Paket für uns aus Fiji. Doch es geschehen noch Zeichen und Wunder: an diesem Nachmittag plötzlich tauchte das Paket zusammen mit dem Autoschlüssel auf und Mirjam konnte glücklich ihre lang vermissten Kontaktlinsen in Empfang nehmen.

Am späten Nachmittag machten wir es uns auf der Terrasse bequem und schrieben die noch fehlenden Berichte. Außerdem musste noch das Programm für den nächsten Tag zusammengestellt werden.



Gegen 20.00 Uhr sollte uns unser Weg zum Strand und den dortigen vielen Restaurants führen. Als wir das Hotel verließen, stellten wir erstaunt fest, dass es leicht regnete. Kurzfristig änderten wir unser Abendprogramm und besuchten das “Plantation”-Hotelrestaurant.

Das war eine gute Entscheidung. Wir mußten zwar bis 20.30 Uhr auf einen Tisch warten, aber dann begeisterte uns das Essen umso mehr. In diesem Restaurant mussten wir doch glatt selbst kochen! Mirjam hatte einen “Reef Beef Rock” und Beate einen “Aussie Rock” bestellt. Nach kurzer Zeit brachte uns der Kellner zwei heiße Steine, auf dem Mirjams Filet-Steak lag und bei Beate gab es ein Barramundi-Fischfilet.



Neben den verschiedenen Soßen war Beate mutig und traute sich an Känguru- und Emu-Fleisch. Mirjam ließ es sich nicht nehmen, auch von den exotischen Tieren zu probieren.

Begleitet wurde das Essen von toller Live-Musik eines Pianisten am weißen Flügel und einem Bassgitarristen. Zwischendurch erfuhren wir dann noch, dass wir im besten Restaurant von Cairns gelandet waren und das merkte man auch - man gönnt sich ja sonst nichts!

03.12.09 Christchurch - Cairns

Weil wir beim Check-in im Copthorne Hotel einige Schwierigkeiten hatten, bekamen wir nicht nur vier Freigetränke sondern wir durften heute auch bis zwölf Uhr mittags im Zimmer bleiben. Das nutzten wir natürlich bis zur letzten Minute aus. Als wir um 12.15 Uhr zum Flughafen fuhren, mussten wir nur den detaillierten Anweisungen von Brendon folgen und unseren Leihwagen beim Kurzzeit-Parken abstellen.

Während Mirjam Auto und Gepäck bewachte, machte Beate sich auf den Weg ins Terminal und tatsächlich lief ihr Brendon über den Weg, der mit dem Flieger angereist war. Die Fahrzeugübergabe verlief völlig problemlos und es wurde vereinbart, dass der Strafzettel, den Brendon wegen uns erhalten hatte, von der Mastercard einbehalten würde. Wir hatten auf der Nordinsel eine mautpflichtige Autobahn (2 NZ$ Gebühr) befahren und nicht bezahlt. Nun kam die horrende Strafe von 4,20 NZ$ auf uns zu und wir können gut damit leben.

Nach einer halben Stunde Plauderei verabschiedeten wir uns und marschierten Richtung International Terminal. Wir reihten uns in der Quantas-Schlange ein und bekamen langsam ein mulmiges Gefühl, wenn wir an unsere riesigen Koffer mit so viel Übergepäck dachten. Viele Fluggäste vor uns mussten um- und auspacken. Wir waren gespannt, was uns blühen würde. Mit ganz viel Glück und gutem Willen der Dame am Schalter gingen unsere Koffer ohne Beanstandung aufs Band.

Man schickte uns zu einer Kasse, wo wir pro Person 25 NZ$ an Tax zu entrichten hatten. Da gibt es zuhause noch etwas Klärungsbedarf. Eigentlich sollten alle Flughafengebühren bereits im Ticketpreis enthalten sein.

Danach hauten wir unser gesamtes neuseeländisches Barvermögen auf den Kopf: 14 NZ$! Wir schafften es, für ein kleines Frühstück 13,40 NZ$ auszugeben und mussten nun mit dem Restgeld von 60 Cent in Australien auskommen.

Langsam schlenderten wir Richtung Gate und bald darauf folgte das Boarding. Beate versuchte auf lustige Art mehrmals darauf hinzuweisen, dass auch ihr Rollstuhl wirklich im Flieger landete und beim Zwischenstopp in Sydney wieder ausgeladen würde für den mehrstündigen Aufenthalt auf dem Flughafen bis zum Weiterflug nach Cairns. Wie sich später herausstellte, waren unsere Bedenken nicht unbegründet.

Wir machten es uns im Flieger gemütlich und kaum hatte das Flugzeug abgehoben, wurden auch schon die Mahlzeiten verteilt. Mittlerweile sind 3-Stunden-Flüge wie dieser ein Katzensprung für uns und außerdem freuten wir uns auf das warme Wetter in Australien. Der Pilot kündigte an, dass uns in Sydney wolkenloser Himmel bei 26 °C erwartete. Wir ließen uns das gute Quantas-Menü schmecken und zu unserer Freude gab es als zweiten Nachtisch noch ein leckeres Eis, so dass wir über den Service und die Verpflegung an Bord wirklich nicht klagen können.

Die Flugbegleiter wurden nicht müde, immer wieder zu erwähnen, dass der Rollstuhl wirklich im Gepäckraum sei und das Bodenpersonal in Sydney informiert wäre, dass eine Rollstuhl-Passagierin an Bord sei. In Sydney angekommen, saßen wir wie immer als letzte noch im Flieger, als ein Flugbegleiter mit dem üblichen Aisle-Chair zum Sitz kam und Beate bis zur Flugzeugtür brachte. Es war soweit alles in Ordnung, bis auf den Umstand, dass ihr Rollstuhl nicht dort stand. Wir hörten immer nur “No problem” und hektische Telefonate wurden geführt. Eine Viertelstunde später war von dem Rollstuhl immer noch nichts zu sehen und Beate wurde in einen dieser ganz speziellen Flughafen-Rollstühle gesetzt.



Langsam aber sicher wurden wir nervös und standen noch immer wartend am Flugzeug. Wir fingen an, uns nicht nur Sorgen um den Rollstuhl, sondern auch um unser restliches Gepäck zu machen, das wohl einsam seine Runden auf dem Kofferband drehte.

Es drängte außerdem die Zeit, denn es blieben uns insgesamt nur zwei Stunden, das Flugzeug zu verlassen, das Terminal mit einem Bus zu wecheln, neu einzuchecken, erneut sämtliche Sicherheitskontrollen zu durchlaufen und in den nächsten Flieger nach Cairns zu steigen.

Beate fühlte sich so richtig behindert, denn ihr eleganter Flughafen-Rollstuhl hatte keine Greifreifen und so musste sie durch den halben Flughafen geschoben werden.

Wie groß war unsere Freude, als wir am Kofferband nicht nur unsere drei riesigen Gepäckstücke sondern auch den verloren geglaubten Rollstuhl wiederfanden. Wegen des ganzen Ärgers wurden wir bis zum Bus begleitet und kamen dann doch noch pünktlich am Domestic-Terminal an.

Wir hatten sogar noch genug Zeit, Getränke kaufen - aufgrund fehlenden Bargelds zahlten wir mit der Mastercard.

Wieder einmal kamen wir als erste in den Flieger, bevor für alle anderen Passagiere das Boarding geöffnet wurde. Der Flieger von Sydney nach Cairns war kleiner als der vorherige, aber trotzdem hatten wir eine 3er-Sitzreihe für uns alleine.

Außer den Flughafen, hatten wir ja von Sydney nichts gesehen, aber kurz nach dem Start hatten wir eine tolle Sicht auf die “Harbour Bridge” und das Opernhaus. Es folgte das gleiche Prozedere wie beim Flug vorher: kaum hatten wir Platz genommen, wurde das Essen serviert und schon wieder gab es als zweiten Nachtisch ein Eis am Stiel.

Pünktlich landeten wir in Cairns. Nach der Landung drückte sich Mirjam die Nase an der Scheibe platt, um zu beobachten, ob der Rollstuhl auch wirklich ausgeladen und parat gestellt würde. Die zwei Kofferträger, die den Rollstuhl aus dem Flugzeugbauch hoben, sahen Mirjam am Fenster und ihr “Daumen hoch”-Zeichen und amüsierten sich noch lange über den Kontakt. Während der ganzen Zeit des Kofferverladens lachten und grinsten sie und hatten viel Spass bei der Arbeit. Mirjam überwachte den gesamten Entladevorgang vom Fenster aus und hielt regen Kontakt zu den zwei Flughafen-Mitarbeitern.

Mit einem fröhlichen Winken verabschiedeten sich die drei von einander und wir konnten kurz nach den anderen Passagieren Richtung Kofferband marschieren. Da wir die Einreise- und Zollformalitäten bereits in Sydney hinter uns gebracht hatten, konnten wir hier sofort zum Kofferband stürzen und der gebuchte Taxifahrer, der uns abholen sollte, stand schon bereit.

Ruck zuck waren Koffer, Beate, Mirjam und Rollstuhl verladen und eine Viertelstunde später standen wir bereits vor unserem neuen Zuhause für die nächsten drei Tage: “The Hotel Cairns”. Und dann war da noch das Problem mit der Uhrzeit. Von Christchurch nach Sydney stellten wir die Uhr zwei Stunden zurück. Von Sydney nach Cairns mussten wir noch eine Stunde mehr abziehen. So haben wir wieder einmal drei Stunden Urlaubszeit gewonnen und waren bereits um 22.30 Uhr in unserem Zimmer.Unterwegs hatten wir nach und nach unsere Jacken abgeworfen, denn nach den 10 °C in Christchurch und den 26 °C in Sydney waren es in Cairns nun schwül-warme 30°C und das mitten in der Nacht.

Nach langer Zeit suchten wir dieses Mal nicht nach den Wärmedecken im Bett, sondern stellten die Klimaanlage und den Ventilator gleichzeitig an, damit es im Zimmer zum Schlafen erträglich kühl wurde.
 

03.12.09 Zusammenfassung Neuseeland

   


Jetzt haben wir zwei Drittel unserer Weltreise hinter uns. Neuseeland war doch anders als Amerika - in vielerlei Hinsicht. Wir hatten 21 Tage Zeit, die Nord- wie auch die Südinsel zu erkunden.

Auch diese Zusammenfassung werden wir wieder in verschiedene Kapitel unterteilen:

1. Allgemeine Betrachtung und persönliche Eindrücke
2. Unsere Unterkünfte
3. Rollstuhlgängigkeit
4. Statistiken

 1. Allgemeine Betrachtung und persönliche Eindrücke

Unser erstes Abenteuer in Neuseeland war die Fahrt vom Flughafen nach Auckland. Wenn unser Autovermieter nicht so nett gewesen wäre, uns zum Hotel voranzufahren, hätten wir wirklich in Schwierigkeiten gesteckt: fremdes Auto, fremde Stadt, Fahrersitz auf der rechten Seite, Blinker auf der rechten Seite, Linksverkehr, Kreisel, usw.......

Wir kamen uns teilweise vor wie in der Fahrschule, denn es war unheimlich schwierig, das Auto in der Mitte der linken Fahrbahn zu halten, denn der Blick von der Fahrerseite rechts war ungewohnt. Den Innenspiegel vergaß man ganz zu benutzen, denn man konnte sich nicht wirklich daran gewöhnen, nach links zu gucken, um den rückwärtigen Verkehr zu beobachten. Nach ein paar Tagen hatten wir uns an die neue Situation gewöhnt und zum Schluss machte das Fahren wieder richtig Spaß.

An dieser Stelle müssen wir aber mal auf die Straßen in Neuseeland zu sprechen kommen. Wir hatten uns schon an die riesig breiten Fahrbahnen in Amerika gewöhnt und jetzt gab es fast überall nur Autobahnen, die in Deutschland gerade mal als enge Landstraßen durchgehen würden. Zudem war es fast überall sehr kurvig und bergig.

In unserem schlauen Ordner stimmte für uns anfänglich das Verhältnis von Kilometerangaben und Fahrzeit nicht. Bereits am ersten Tag wurden wir eines Besseren belehrt: für die angegebenen 230 Kilometer benötigten wir fast sieben Stunden und wir wurden ziemlich oft überholt. Später trauten wir uns immer mehr und in den letzten Tagen waren eher wir es, die die anderen überholten.

Der Allgemeinzustand der neuseeländischen Straßen war bedeutend besser als der in Amerika. Das lag sicher auch daran, dass ständig überall gebaut und repariert wurde. Allerdings sahen die Baustellen in Neuseeland anders aus als in Deutschland. Meistens kam plötzlich ein Schild mit der Aufforderung 30 km/h zu fahren und es war angeraten, dies auch zu tun. Wenige Meter nach diesem Schild wurde die Straße oft zu einer Schotterpiste.

Wir sind uns sicher, dass sich das Berufsbild des typischen Neuseeländers in den letzten Jahren sehr geändert hat. Gerade auf der Nordinsel gab es viel mehr Kühe als Schafe, noch mehr Baustellen und vor allem überall, und zwar wirklich überall, extrem gepflegte und kurz geschorene Rasenflächen. Somit gehen wir davon aus, dass ein Großteil der Bevölkerung im Straßenbau oder in der Gartenpflege beschäftigt ist. Überhaupt erinnerten uns die schmucken Häuschen, die wunderschönen Gärten, die exakt geschnittenen Hecken und die frisch gestrichenen Zäune an unsere Heimat.

Auch in Neuseeland waren wir begeistert von den unterschiedlichen Landschaften: grüne Hügel, schneebedeckte Berge, türkisblaue Seen, raue Klippen, dichter Regenwald, tosendes Meer, riesige Wildblumenfelder, weiße und schwarze Sandstrände, unterschiedlichste Felsformationen, tiefe Schluchten und Fjorde.

Zu unserer Freude konnten wir hier wieder vernünftig essen in gemütlichen Restaurants. Das Essen war äußerst schmackhaft, abwechslungsreich und gesund.


2. Unsere Unterkünfte

Die Hotels, in denen wir übernachtet haben, waren gute Mittelklasse-Hotels und wir waren erstaunt, dass die Zimmerausstattung sehr ähnlich wie die in Amerika war. Auch hier gab es in jedem Zimmer Bügelbrett, Bügeleisen, Wasserkocher, Kaffee und Tee, große Fernseher und zum Teil Küchenzeilen.

Als wir im ersten Hotel die Hotelvoucher ansahen, stellten wir fest, dass das Spezial-Reisebüro überall “Twin-Beds” für uns gebucht hatte. Das bedeutete, dass wir immer mindestens zwei Betten im Zimmer hatten. Es konnte auch vorkommen, dass es Queen- oder King-Size-Betten und zusätzlich ein Zustellbett gab.

Die als “wheelchair-accessible” gebuchten Zimmer waren immer rollstuhlgerecht, bis auf zwei Ausnahmen. Ein Hotel war absolut ungeeignet mit Stufen und viel zu engem Bad und ein anderes Hotel hatte kein Rollstuhlzimmer reserviert. In dem ungeeigneten Hotel bemühte man sich sofort, eine Alternative zu suchen und so kamen wir im Nachbarort in einem Luxushotel unter. Im anderen Hotel fand man die Lösung, indem man uns ein Upgrade auf eine rollstuhlgerechte Suite gab. Alle anderen Hotelzimmer waren mit einer befahrbaren Dusche ausgestattet, wenn auch nicht immer ein geeigneter Sitz zur Verfügung stand. Wir konnten uns jedoch - wie auch in Amerika - mit Gartenstühlen behelfen.

Insgesamt waren unsere Unterkünfte in Neuseeland besser als in Amerika. Wir hatten mehrfach 4 und fast 5 Sterne-Hotelzimmer, manchmal sogar kleine Wohnungen oder Appartements. In jedem Hotel gab es eine Laundry und einmal hatten wir sogar Waschmaschine und Trockner im Zimmer.

Mit dem Internet gestaltete sich die Situation viel schwieriger als in Amerika. Es gab zwar W-LAN-Anschluss auch in der hinterletzten Lodge, aber die Internetzeiten waren recht teuer.


3. Rollstuhlgängigkeit

In punkto Rollstuhlgängigkeit erinnerte Neuseeland schon sehr an Deutschland. Die Behindertenparkplätze waren rar gesät und meistens sehr schmal. Viele Bürgersteige in den Städten waren nicht abgeflacht und in Restaurants gab es meistens keine Rollstuhltoiletten.

Ganz besonders überrascht waren wir darüber, was die Neuseeländer als rollstuhlgängig bezeichnen. So gab es an vielen touristischen Orten Rollstuhlzeichen, die auf einen rollstuhlgeeigneten Weg hinwiesen. Als wir diese Strecken dann ausprobierten, waren wir uns einig, dass ein Rollstuhlfahrer alleine die unbefestigten Wege, extremen Steigungen und Gefälle nicht bewältigen kann.

Der Umgang der Bevölkerung mit Rollstuhlfahrern war locker und freundlich.

Es ist ganz normal, dass man als Rollstuhlfahrer nicht erwarten kann, die wilde Natur Neuseelands so zu erwandern wie ein Fußgänger. Wir haben jedoch so viel gesehen und erlebt, dass wir beide nicht das Gefühl haben, etwas versäumt zu haben.


4. Statistik

Aufenthalt: 21 Tage

gefahrene Kilometer:
Nordinsel 2.450 Kilometer
Südinsel 2.454 Kilometer
Gesamt 4.904 Kilometer

Anzahl der Unterkünfte: 17

gesichtete Tierarten:
Schafe, Kühe, Pferde, Rehe, Hirsche, Sandfliegen, Pinguine, Delfine, Robben, Stachelrochen, Keas, Kiwis, Fischreiher, Tölpel, Möwen, Schlickkrebse und diverse nicht zu identifizierende Vögel und Insekten.

Fortbewegungsmittel:
Auto, Flugzeug, Linienbus, Shuttlebus, Dampfschiff, kleine und große Fähre, Wassertaxi (Schnellboot), Katamaran, Ausflugsboot, Schmalspurbahn, Cable Car, Gondelbahn, Traktor mit Anhänger

Mittwoch, 2. Dezember 2009

02.12.09 Omarama - Christchurch

Wie immer um 10.30 Uhr waren wir auf dem Weg zum nächsten Ziel. Dieses Mal ging es nach Christchurch. Eigentlich hatten wir uns die letzte Etappe unserer Neuseeland-Rundreise anders vorgestellt. Es goss wie aus Kübeln und der Himmel hing voller Wolken. Unser schlaues Buch hatte uns vorgeschlagen, am “Pukaki-“ und “Tekapo-See” vorbei und dann über den “Burkes Pass” nach Fairlie und Geraldine zu fahren. Ab hier sollte es über die SH72 und SH73 via “Mount Hutt” und “Rakaia Gorge” nach Christchurch gehen.

In unserer Beschreibung hieß es, dass die zwei Seen eine intensive türkise Farbe hätten und vor dem Hintergrund der schneebedeckten Gipfel des “Mount Cook” ein beliebtes Fotomotiv seien. Als wir den grauen Himmel sahen, war uns klar, dass wir weder die türkisfarbenen Seen noch die schneebedeckten Gipfel erleben dürften. Als wir dann zum “Lake Pukaki” kamen, waren wir begeistert, dass trotz des grauen Wetters der See türkis leuchtete.



Auch am “Lake Tekapo” konnten wir einige tolle Fotos machen, obwohl wir den höchsten Berg Neuseelands, den “Mount Cook” mit seinen 3.754 Metern Höhe, nicht sehen konnten.

Von Weitem dachten wir, das Wetter würde sich bessern, denn trotz Regen sah der Himmel teilweise türkisblau aus. Als wir am Pukaki-See ankamen, stellten wir fest, dass die Farbe des Sees sich in den Wolken spiegelte. Leider kann man die Intensität dieser Seen nicht auf einem Foto festhalten. Nur wenn man sich vorstellt, dass sich die Farbe sogar in den Wolken widerspiegelt, wird einem annähernd klar, wie extrem das Türkis eigentlich war.Diese fast unnatürlich wirkende Farbe entstand dadurch, dass sich die Seen aus Gletschern gebildet haben, die ihre Ablagerungen in den Seen hinterließen.



Als wir in Geraldine ankamen, beschlossen wir, aufgrund des schlechten Wetters auf eine Tour über den Scenic Drive zu verzichten und fuhren auf schnellstem Wege über die SH1 nach Christchurch.

Ganz in der Nähe des Flughafens fanden wir unser tolles Hotel, das “Copthorne Commodore”. Bereits beim Check-in hatten wir ein komisches Gefühl, denn zwischendurch standen mal drei Mitarbeiter am Computer, um das gebuchte Rollstuhl-Zimmer zu finden. Aber dann konnten wir endlich unsere Zimmerkarten in Empfang nehmen.

Mirjam wollte das Auto in die Nähe des Zimmers fahren und löste dabei versehentlich den Alarm aus. Die Hupe dröhnte durch den Hof und war nicht wieder abzustellen. Das war richtig laut und ziemlich peinlich. Ein freundlicher Hotelangestellter half und kurze Zeit später war das durchdringende Hupen endlich abgestellt.

In der Zwischenzeit besichtigte Beate das angebotene Zimmer und musste gleich mal reklamieren, denn das Bad war viel zu klein und eine befahrbare Dusche konnte sie auch nicht finden. Also ging es zurück zur Rezeption und wir beanstandeten das Zimmer (darin sind wir ja recht gut). Nach einigen Diskussionen der Mitarbeiter wurden wir auf das Zimmer 125 geschickt und dann hatten wir wirklich nichts mehr zu meckern: 3 Betten, Küche, Sofa und ein großes Bad mit Badewanne und Dusche. Dazu gab es 6 Duschhandtücher und jede Menge Shampoo, Seifen, Nähzeug, etc.



Nachdem wir uns im Prospekt schlau gemacht hatten, stellten wir fest, dass wir uns in der Commodore-Suite “The Peninsula Room” breit gemacht hatten - dem besten Zimmer des Hotels. Langsam gewöhnen wir uns an diesen Luxus und jetzt sind wir mal gespannt, was uns in Australien so erwartet.

Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht hatten, stiegen wir ins Auto. Wir wollten einen kleinen Stadtrundgang machen und als wir gerade losfahren wollten, bemerkten wir, dass wir den Stadtplan im Zimmer vergessen hatten. Zu faul, ins Zimmer zurückzugehen, machten wir uns ohne irgendwelche Unterlagen auf in Richtung Stadtmitte.

Als wir dort ankamen und einmal falsch abbogen, mußten wir uns eingestehen, dass es ohne Stadtplan nicht funktionieren würde, die berühmte Kathedrale zu finden. So blieb uns nichts anderes übrig, als den Weg zurück ins Hotel zu nehmen und den vergessenen Stadtplan einzupacken.

Wieder zurück auf dem Weg in die Stadt war es tatsächlich ein Leichtes, mit der Karte den “Cathedral Square” zu finden und außerdem hatten wir das Glück, in einer Seitenstraße einen passenden Parkplatz zu ergattern. Auf dem Platz vor der Kirche sahen wir uns die hübschen Gebäude an. Als wir das Innere der Cathedral besichtigen wollten, sang dort ein Knabenchor Choräle und wir konnten uns von der tollen Akustik in der Kirche überzeugen.



Eigentlich hätten wir auch gerne noch eine Innenstadt-Rundfahrt in der historischen Tram unternommen. Dies war jedoch nicht möglich, da das Gefährt wirklich nicht mit dem Rollstuhl zu befahren war.



Der nette Tram-Fahrer wollte noch mit der Zentrale telefonieren, wann die rollstuhlgerechte Linie wieder intakt sei, aber wir hätten ja sowieso keine Gelegenheit mehr, die Tram zu nutzen, da wir am nächsten Nachmittag abfliegen sollten. Also bummelten wir noch ein wenig durch die Straßen und fuhren dann zurück zum Hotel.

Im mehrfach ausgezeichneten Hotel-Restaurant ließen wir uns mit Steak, Hühnchen und Mousse au Chocolat verwöhnen. Wegen des Theaters mit dem Zimmer hatten wir von der Rezeption 4 Gutscheine für Freigetränke erhalten, die wir gleich mal einsetzten. Gut gelaunt und mit vollem Magen machten wir uns anschließend auf den Weg zum Zimmer, wo noch 2 Berichte und einige Mails auf uns warteten.

01.12.09 Dunedin - Omarama

Um 10.00 Uhr verließen wir unsere kleine Wohnung in Dunedin und fuhren zuerst zur steilsten Straße der Welt. Leider fanden wir sie erst mal nicht und bogen in eine andere Straße ein, die aber im Wettbewerb um die steilste Straße sicher auch nicht schlecht abgeschnitten hätte. Als wir hinauf fuhren, hatten wir schon Angst, hinten über zu kippen, aber es ging alles gut.

Dann machten wir noch einen zweiten Versuch und jetzt fanden wir die “Baldwin Street”, die als steilste Straße der Welt im “Guiness Buch der Rekorde” zu finden ist. Die maximale Steigung der 200 Meter langen Straße beträgt 1:2,86. Das entspricht 19,3° oder 35%.



Mirjam ließ es sich nicht nehmen, einmal rauf und runter zu laufen. Aus Rücksicht auf alle Beteiligten verzichtete Beate auf eine Ersteigung der Straße. Zum Runtergehen war die Straße so steil, dass man seitlich Treppenstufen angebracht hatte, um den Abstieg gefahrlos zu ermöglichen.



Dann machten wir uns auf den Weg, denn wir wollten noch die “Moeraki Boulders” besichtigen und uns den Ort Oamaru ansehen. Bei den Boulders angekommen, stellten wir fest, dass nur ein 300 Meter langer Weg über den Strand zu den großen Kalkkugeln führte, die wie riesige Murmeln am Strand liegen. Mirjam fotografierte von Weitem und dann suchten wir das Weite, denn dieser Ort war sehr touristisch und wir hatten keine Lust zwischen den ganzen Japanern herumzulaufen, ein blödes Andenken zu erstehen oder die 2 NZ$ Eintritt für die Besichtigung zu bezahlen.

Im Auto vertilgten wir unser Frühstück, das aus Sandwiches von der Tanke bestand und fuhren dann weiter nach Oamaru. Oamaru wird “White Stone City” genannt, wegen der eindrucksvollen großen weißen Kalksteingebäude. Wir parkten zwischen Innenstadt und Hafen und erkundeten erst einmal das historische Hafenviertel.



Dann machten wir einen kleinen Bummel durch die Innenstadt, besahen uns die schönen Häuser



und machten uns dann mit dem Auto auf den Weg zur “Blue-eyed Penguin Kolonie”. Wir waren direkt verblüfft, wie viele Pinguine sich auf dem Pier versammelt hatten.





Nach einem kurzen Fotostopp ging es weiter zu einem View-Point mit einem phantastischen Blick über Oamaru und die Küste mit türkisfarbenem Meer.



Ein Stück weiter gab es eine Pinguin-Kolonie mit “Yellow-eyed Pinguinen” zu sehen und das wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen. Also fuhren wir dorthin und Mirjam machte sich auf den Weg die Klippen entlang zur Kolonie. Leider haben die Pinguine keine Rücksicht darauf genommen und waren nicht zuhause. Wir waren darüber aber nicht allzu traurig, denn wir hatten in diesem Neuseeland-Urlaub schon verschiedene Pinguine gesehen und konnten so gut auf die Gelbaugen-Pinguine verzichten. Trotzdem war der Ausflug dorthin lohnenswert, denn es boten sich tolle Aussichten auf die Küste und das Meer.



Dann waren es noch 120 Kilometer bis Omarama, unserem Übernachtungsort.

Auf unserer Fahrt über die SH83 kamen wir am “Waitaki-“ und am “Aviemore-See” vorbei, die beide durch einen Damm aufgestaut werden. Beide Seen schimmerten im Sonnenlicht in verschiedenen Blautönen von dunkelblau bis zu einem hellen Türkis. Wir konnten uns gar nicht satt sehen an diesen Farben , die man leider mit dem Fotoapparat nicht wirklich einfangen konnte.



Kurze Zeit später erreichten wir Omarama und wir mußten schon schwer aufpassen, dass wir nicht einfach durch den Ort durchschossen, denn außer einem Supermarkt und einigen Motels gab es hier nichts.

In unserem schlauen Heft war die Wegbeschreibung zu unserer Unterkunft wie folgt beschrieben: “Ob von Süden oder Norden, das Hotel “Heritage Gateway” ist nicht zu übersehen. Es liegt direkt am SH8 in Omarama”. Das hätte uns schon stutzig machen müssen, denn normalerweise waren immer detaillierte Wegbeschreibungen mit Google-Plan und Hotelfoto angegeben. Wie beschrieben, so kam es auch. Wir fanden das Hotel auf Anhieb, checkten ein und brachten unser gesamtes Gepäck aufs Zimmer.

Wir wollten kurz vor unserer Abreise nach Australien noch einmal unsere Wäsche auf Vordermann bringen und hatten hier die Gelegenheit, mit zwei Waschmaschinen und Trocknern unsere Kleider in einer Stunde zu waschen und zu trocknen.

Nach getaner Arbeit gönnten wir uns ein tolles dreigängiges Abendessen in dem einzigen Restaurant von Omarama. Das Essen war ausgezeichnet und Beate war so mutig, das gute neuseeländische Lamm mit der ungewöhnlichen Minz-Soße zu probieren.



Es schmeckte wider Erwarten hervorragend und zum Nachtisch gönnten wir uns warmen Zitronen-Kuchen mit Baiser. Danach hätte man uns fast nach Hause tragen müssen, denn wir hatten außerdem noch jeweils eine Vorspeise, die aus zwei Riesengarnelen und Shrimps-Cocktail bestand. Auch die Bedienung war unheimlich nett und wir führten tolle Gespräche am Tisch. Als wir uns verabschiedeten, schenkte sie uns einen Becher mit frischen Erdbeeren fürs Frühstück am nächsten Tag.

Auf dem Rückweg leuchteten die umliegenden schneebedeckten Berge im Abendrot bei Vollmond.